CAN-Bus
aus ElchWiki, der unabhängigen Wissensdatenbank über Volvo-Fahrzeuge
Der CAN-Bus ist ein modernes Buskommunikationssystem, das hauptsächlich in Fahrzeugen und in der Prozessleittechnik eingesetzt wird. Die Abkürzung CAN steht für controller area network.
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Motivation
Die Kommunikation der verschiedenen Elektroanlagen (also nicht die Stromversorgung der Lampen selber, sondern die Information, ob diese ein-/ausgeschaltet sind; d.h. die Steuerungsimpulse) in einem Fahrzeug bedarf auf herkömlichem Weg eines Kabelbaums von mehreren Kilometern Länge, da von den Steuergeräten zu jeder einzelnen Fahrzeugkomponente eigene Steuerleitungen gezogen werden müssen. Mit der zunehmenden Ausstattung der Fahrzeuge nimmt auch die Länge dieses Kabelbaums stets zu, was sowohl die Herstellung als auch die Wartung verteuert.
Vorteile
Eine starke Vereinfachung stellt ein Bus-System dar. "Bus" als Bezeichnung deshalb, weil wie in einem Reisebus die Mitfahrer auf eine gemeinsame Transportbasis (den Bus) zurückgreifen, obwohl alle Mitfahrer am jeweiligen Zielort völlig verschiedene Dinge erledigen wollen. Werden also alle Steuer- und Kontrollfunktionen über ein einziges Transportsystem abgewickelt, kann dies zu einer erheblichen Einsparung in Sachen Verkabelung führen. Teilweise wird dazu statt Kupfer auch bei Volvo schon ein Glasfasersystem eingesetzt, was die elektromagnetische Verträglichkeit erhöht, da eine optische Übertragung robuster gegenüber äusseren Störungen ist und auch selbst im Vergleich mit einer elektrischen Übertragung kaum andere Komponenten stören kann.
Nachteile
Natürlich hat ein solches Bus-System auch Nachteile. Sollte eine Leitung eines solchen Bus-Systems beschädigt sein, sind zwangsläufig gleich mehrere angeschlossene Geräte betroffen.
Ein weiterer Nachteil ist die Art der Datenkommunikation. In ein solches Bussystem kann natürlich nicht jede Elektronikkomponente wie sie "Lust und Laune" hat, ihre Daten "rein werfen". Alle angeschlossenen Systeme müssen eine gemeinsame "Sprache" sprechen (das Protokoll). Dies ist technisch heute kaum noch ein Problem, führt jedoch den "Bastler" zu meistens unlösbaren Schwierigkeiten - das simple Ersetzen eines Lichtschalters (am Beispiel der Zusatzscheinwerfer mal betrachtet) mit einer Drittherstellerkomponente, wird nun zu einem (für den Originalhersteller jedoch in der Massenproduktion billigen Sache) "Schreikrampf" des Selbstschrauber führen: Der Schalter ist gar kein Schalter, sonder ein Taster, der digital in der Sprache des Volvo CAN Busses kommunizieren muss)! Volvo stellt mit dem Accessory Electronic Module ein Modul zur Verfügung, daß die Integration von Fremdsystemen in den Volvo-CAN-Bus ermöglicht.
Da es in der Massen-/Serienfertigung jedoch zu einer starken Kostensenkung führt, wenn nicht für jedes Land und für jede Kundengruppe spezielle Fahrzeugteile (z.B. Kabelbäume) produziert werden müssen, haben inzwischen viele, hauptsächlich europäische Automobilhersteller ein solches Bus-System in ihren Fahrzeugen im Einsatz - auch Volvo.
Weblinks
- S60 Electronic AWD (englisch) - Ein Artikel über den S60 und sein elektronisch gesteuertes Allradsystem mit Verweis auf den CAN-Bus.
- CANviaUSB - Ein CAN Bus Monitor für verschiedene USB auf CAN Umsetzer.
