Standheizung

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Eine Standheizung dient dazu, den Fahrzeuginnenraum und/oder das Kühlwasser und damit auch den Motorblock bei abgeschalteten Fahrzeugmotor aufzuwärmen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Allgemein zu Standheizungen und deren Funktionsprinzip siehe auch den Standheizungsartikel bei Wikipedia.

Von Standheizungen zu unterscheiden sind sogenannte Latentwärmespeicher und die Restwärmenutzung.

Standheizungen lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen. Einmal nach ihrer Energiequelle in elektrische und kraftstoffbetriebene, zum anderen nach dem beheizten Medium: Kühlwasser und Luft.

elektrische Standheizungen

Bei elektrischen Standheizungen wird über einen externen 220V-Stromanschluß und eine am Fahrzeug angebrachte Außensteckdose eine Art Tauchsieder im Kühlwasserkreislauf erwärmt und so das Kühlwasser auf Betriebstemperatur gebracht / gehalten. Diese Ausstattung ist von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehren und des Rettungsdienstes bekannt und bietet hier eine schnellere Erwärmung des Innenraums nach dem Start und den Vorteil, daß der Motor bei den notwendigen häufigen Kaltstarts mit nachfolgender häufig höherer Leistungsabgabe ohne die Möglichkeit zum Warmfahren schon vorgewärmt ist.

Vorteil ist der fehlende Abgasausstoß, Nachteil die Notwendigkeit ein Stromkabel zum Fahrzeug zu legen. Deswegen sollte die Fahrzeugelektronik geeignet eingestellt werden, so daß ein Start mit angeschlossenem Kabel nicht möglich ist.

kraftstoffbetriebene Standheizungen

"Zu sehen ist hier (am XC70 MY2003) der Auspuff der Standheizung"
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"Zu sehen ist hier (am XC70 MY2003) der Auspuff der Standheizung"

Die typische Standheizung ist kraftstoffbetrieben. Dabei wird in einem kleinen Brenner Kraftstoff verbrannt und damit entweder der Kühlwasserkreislauf geheizt oder nur Warmluft für den Innenraum erzeugt.

Kraftstoffbetriebene Standheizungen dürfen nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden, da Erstickungsgefahr durch Kohlenmonoxid besteht. Dafür funktionieren diese Typen von Heizung unabhängig von der Verfügbarkeit eines Stromanschlusses. Da die Heizungen zum Betrieb von Kraftstoffpumpen, für den Antrieb der Fahrzeuglüftung und ähnlichem Strom verbrauchen, muß durch geeignete Technik sichergestellt werden, daß die Fahrzeugbatterie nicht vollständig entleert werden kann. Ein entsprechender Schutz sollte auch für den Tank vorgesehen werden.

Heizmedium Kühlwasser

Im PKW-Bereich ist es üblich zunächst das Kühlwasser zu wärmen und dann über dessen Abwärme über die reguläre Fahrzeugheizung den Innenraum zu heizen.

Das bietet neben dem vorgewärmten Innenraum und dem abgetauten Eis auf den Scheiben zudem den Vorteil, daß der Motor schon deutlich näher an der Betriebstemperatur ist, wodurch sowohl Kraftstoffverbrauch als auch Verschleiß im Vergleich zum "echten" Kaltstart reduziert werden sollen.

Zu beachten ist, daß die Standheizung das Fahrzeug in der Regel auch nicht auf Betriebstemperatur bringt, sondern nur das Kühlwasser und den Innenraum vorwärmt. Bei Volvo wird die Lüftung zur Innenraumerwärmung erst ab einer Temperatur des Kühlwasser von 38°C aktiviert. Die maximale Laufzeit der Standheizung beträgt bei Volvo 60 Minuten.

Heizmedium Luft

Bei Campingfahrzeugen u.ä. wird wegen des geringeren Stromverbrauchs (u.a. für die Kühlwasserumwälzpumpe) häufig nur die Luft erwärmt. Das spart Energie, da nur die Lüftungsanlage des Fahrzeugs angetrieben werden muß. Dadurch erreichen solche Standheizungen längere Laufzeiten, allerdings wird der Motor später unter Kaltstartbedingungen gestartet.

Standheizungen bei Volvo

Volvo verbaut Kühlwasser heizende Heizungen, die elektrisch oder kraftstoffbetrieben sind. Die Standheizungen stammen in der Regel von Eberspächer oder ihrer Tochterfirma Ardic.

Der zum Betrieb der kraftstoffbetriebenen Heizung notwendige Kraftstoff wird aus dem Tank entnommen, daher läuft die Kraftstoffpumpe, was zu einem klickenden Geräusch von rechts hinten führt.

Die Standheizung sitzt (beim V70 II) vorne links. Zur Demontage muss die Stossstange abgenommen werden.

Bedienung der Volvo-Standheizung

Die Standheizung aus dem Zubehör bzw. die werkseitige Standheizung wird über den Bordcomputer bedient. Dazu werden drei zusätzliche Menüpunkte angeboten: Timer 1, Timer 2 und Sofortstart (auch Direktstart genannt).

Die Bedienung ist für andere Modelle identisch: Über das Drehrad am linken Lenkradhebel können Timer 1, 2 und Sofortstart angewählt werden. Nach Auswahl des gewünschten Timers wird durch einen kurzen Druck auf den kleinen Knopf rechts neben dem Drehrad ("reset") die gewünschte Abfahrtzeit eingestellt. Nach dem ersten Druck blinkt die Stundenziffer, diese kann dann über das Drehrad verändert werden, mit dem nächsten Druck werden die Minuten angewählt, die über das Drehrad im 5-Minuten-Takt eingestellt werden können. Ein langer Druck stellt die Standheizung dann "scharf".

Verhalten der Standheizung (Beispiele)

Beispiel 1

Die Standheizung wurde nicht per Timer eingeschaltet. Die Außentemperatur liegt aber unter ca. +5° - +7°C und man fährt los. In diesem Fall schaltet sich der Zuheizer automatisch für einige Zeit ein, hörbar am "Ticken von rechts" und sichtbar an der rasch auf Betriebstemperatur steigenden Kühlwassertemperaturanzeige (bereits nach ca. 2 km, auch im Stadtverkehr); sichtbar zudem von Fall zu Fall an etwas weißem Rauch, der vorne rechts emporsteigt (bei trocken-kalter Witterung um den Gefrierpunkt raucht es mehr, bei feucht-kaltem Wetter etwas oberhalb des Gefrierpunkts dagegen kaum)

Die Erwärmung des Motors wird beschleunigt - aber Achtung: Die Anzeige der normalen Betriebstemperatur des Kühlwassers bedeutet noch nicht, dass Motor (und Turbo!) bereits "schön warm gelaufen" sind. Bis zu vollen Belastung sollte man schon noch einige Minuten zugeben und solange auf Vollgas-/Volllast-Fahrten zur Schonung des Motors verzichten.

Beispiel 2

Die Standheizung ist per Timer programmiert und eingeschaltet worden oder wurde per Direktstart aktiviert, die Temperatur liegt wie in Beispiel 1 unterhalb von ca. +5° - +7°C. Der Wagen steht noch. In diesem Fall läuft die Standheizung, am "Ticken" hörbar und an der rasch auf zwei Drittel der normalen Anzeige steigenden Kühlwassertemperatur sichtbar. Jetzt werden Motor und Innenraum vorgewärmt. Weißer Rauch sollte in diesem Fallbeispiel nicht zu sehen sein.

Fährt man nun (in der Regel zum programmierten Zeitpunkt) los, rutscht die Kühlwassertemperaturanzeige binnen weniger hundert Meter voll auf normalen Stand. Standheizung und Zuheizer schalten sich dann nach einigen Minuten ab.

Für die tatsächliche Erwärmung von Motor (und Turbo) ist aber ebenfalls das in Beispiel 1 gesagte zu beachten.

Beispiel 3

Die Standheizung ist per Timer programmiert und eingeschaltet worden oder per Direktstart aktiviert, die Temperatur liegt aber über ca. +7° C. In diesem Fall läuft nur die Standheizung, aber auch entsprechend kürzer als bei tieferen Temperaturen. Nach dem Losfahren schaltet sich die Standheizung ebenfalls nach wenigen Minuten ab.

Timer

Beim Timer ist die Abfahrtzeit einzustellen. Die Standheizung beginnt dann in Abhängigkeit von der Außentemperatur bis zu einer Stunde vorher zu laufen. Nach Ablauf der eingestellten Zeit läuft sie noch 10 Minuten weiter. Die Zeit kann maximal 24h im voraus programmiert werden. Die beiden eingestellten Zeiten bleiben erhalten und können jederzeit durch Tastendruck wieder aktiviert werden.

Bei Zündung ein, ohne den Motor zu starten, wird die Kontrolle über die Lüfterdrehzahl beim Einschalten der Zündung an das Klimasteuergerät übergeben und läßt sich über den Regler einstellen. Wenn man aber eine Klimaautomatik sein Eigen nennt und diese im Modus "Auto" steht, dann läuft das Innenraumgebläse nur bei laufendem Motor. Die Standheizung läuft trotzdem weiter.

Eine laufende Standheizung wird im Bedieninstrument über das gelbe Ausrufezeichen signalisiert und im Bordcomputer als Nachricht hinterlegt.

Regelung der Innenraumtemperatur

Eine Regelung der Innenraumtemperatur ist nicht möglich, der Innenraum wird auf "Maximaltemperatur" geheizt. Auch eine Standlüftungsfunktion ist nicht möglich.

Schutz vor Kraftstoffmangel

Die Standheizung wird über den Timer nur aktiviert, wenn noch genügend Kraftstoff im Tank ist. Dasselbe gilt für den automatischen Start des Zuheizers. Als Faustregel kann man sagen, das die Restreichweite noch mehr als 100km betragen muss, damit die Standheizung anspringt. Dieser Wert ist natürlich vom individuellen Verbrauch abhängig. Allerdings kann ein Abstellen des Fahrzeuges auf einer in Fahrtrichtung abfallenden Straße bzw. Garagenzufahrt dazu führen, dass sich die Standheizung trotz eigentlich ausreichendem Kraftstoffvorrat nicht einschaltet, da der Tankgeber aufgrund des Gefälles einen zu niedrigen Kraftstoffstand vorgaukelt. Wenn möglich, sollte man sein Fahrzeug daher bei geringem Treibstoffvorrat mit dem Heck in Richtung Gefälle parken. Die Standheizung selber verbraucht ca. 0,6l Diesel pro Stunde.

Schutz vor Fehlbedienung

Wird die Uhrzeit der Fahrzeuguhr verändert (gestellt), werden evtl. vorgenommene Programmierungen der SH aus Sicherheitsgründen deaktiviert.

Stromverbrauch

Ja, irgendwie muss sie den Kraftstoff ja zum Brennen bringen und die Lüftung im Fahrzeug funktioniert elektrisch. Wenn der Wagen regelmäßig längere Strecken läuft ist das kein Problem, im reinen Kurzstreckenverkehr gilt jedoch die Faustregel, dass die Standheizung nicht länger laufen sollte als der Wagen am Tag gefahren wird.

Bei zu niedrigem Batteriestand kann die Standheizung daher nicht aktiviert werden.

Mögliche Fehlermeldungen

"Hier im Bild die Bordcomputermeldung, wenn sich die SH wegen zu wenig Kraftstoff sicherheitshalber ausschaltet"
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"Hier im Bild die Bordcomputermeldung, wenn sich die SH wegen zu wenig Kraftstoff sicherheitshalber ausschaltet"

Fehlermeldungen werden im Display des Bordcomputers angezeigt. Bekannt sind u.a.:

  • Heizung aus. Wenig Kraftstoff: Nicht ausreichende Restmenge beim Treibstoff

Bekannte Fehler ohne Fehlermeldung

Wenn die Anzeige kurz nach "Ein" wieder auf "Aus" springt, dann wird auf Grund eines vom Steuergerät registrierten Fehlers der Start verhindert. Das kann durch 3 fehlgeschlagene Startversuche hervorgerufen werden, aber auch durch einen elektrischen Fehler in einem der Bauteile. Ein Löschen des Fehlers durch den Händler hilft in der Regel, wenn keine weiteren Defekte vorliegen.

Fehlfunktionen nach dem Sommer können durch zu lange Nicht-Benutzung mit daraus folgender Verschmutzung der Standheizung hervorgerufen werden. Dann ist eine komplette Demontage mit Reinigung notwendig. Vermeiden kann man dies durch regelmäßigen Direktstart der Standheizung im Abstand mehrerer Wochen.

Es kommt aber auch vor das sich das Lüfterrad in dem Zuheizer verabschiedet, was sich dann genau so (siehe oben) auswirkt. Sprich: Man kann die Heizung über den BC (Timer oder Direktstart) zwar starten, sie schaltet aber sofort wieder ab. Problematisch ist, das bei diesen Fehler der Zuheizer nicht funktioniert. Das hat zur Folge das der Motor sehr lange benötigt um auf Betriebstemperatur zu kommen. Für diesen Fehler gibt es von Volvo einen Rep.Satz. Nach der Montage muss dann noch der Fehler im System gelöscht werden, und der Zuheizer bzw. Standheizung funktioniert wieder. Für das Zerlegen, Wiederanbringen des Lüfterrades und die dazugehörige Reinigung der SH (durch zu viel Fehlversuche mit Diesel abgesoffene SH) werden rd. 3 Std. Arbeitszeit und somit ca. 300,-€ beim Freundlichen fällig (Stand 01/09).

Lautstärke

Standheizungen verursachen typische fauchende Geräusche. Das ist nicht nur bei Volvo so. Zusätzlich ist ein Ticken zu höre, das von der Kraftstoffpumpe stammt. Wie laut die Standheizung letztendlich ist, ist sehr subjektiv. Einige Meinungen hierzu finden sich bei Motortalk.

Reparatur

Eine Anleitung, wie man an die Standheizung herankommt und sie eventuell (selbst) reparieren kann, gibt es hier. Natürlich ohne Gewähr.

Fernbedienung der Standheizung

Der Hersteller der Volvo-Standheizung ist Ardic bzw. Eberspächer Nordic AB, mittlerweile eine Tochter von Eberspächer. Volvo selber bietet zur Zeit nur die Eberspächer-Fernbedienung mit der Modellbezeichnung TP4 an, auf Nachfrage können aber auch andere Fernbedienungen nachgerüstet werden.

Dabei gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Fernsteuerung: Via Mobilfunk (GSM) oder über "normalen" Funk.

GSM-Fernbedienung

Die Handy-Fernbedienung funktioniert üblicherweise per SMS oder Anruf. Das hat den einzigen Nachteil, dass im Fahrzeug eine zusätzliche SIM-Karte in dem zugehörigen Modul installiert wird. Die notwendigen SMS oder Anrufe kosten üblicher Weise Telefongebühren. Es gibt aber auch Systeme, die nur die Rufnummer auswerten und dann wieder auflegen, ohne dass Gebühren fällig werden (INCALL-Funktion) wie z.B. das ComfortCall Modul für AEM. Als Vorteil einer GSM-Fernbedienung ist die unbegrenzte Reichweite anzusehen: Prinzipiell lässt sich so die Standheizung von überall auf der Welt aktivieren. Vorteilhaft ist auch, dass eine gebührenfreie Rückmeldung an den Anrufer erfolgen kann (ComfortCall: Klingelzeichen, Besetztzeichen oder gegen Gebühr sms Rückmeldung)

Teilweise gibt es auch GSM-Fernbedienungen für Standheizungen, die über einen Sprachchip verfügen. Dabei wird die Standheizung angerufen und listet die verschiedenen Optionen auf. Geantwortet wird allerdings nicht per Spracheingabe, sondern über die Multifrequenzwahl des Telefons. Das GSM-Modul wird an das AEM angeschlossen.

Bei den Kosten sollte außerdem berücksichtigt werden: Die SIM-Karte kostet üblicher Weise eine Grundgebühr bzw. muss als Prepaid-Karte regelmäßig aufgeladen werden. Neu auf den Markt kommen jetzt aber auch Prepaidkarten die keine Mindestlaufzeit, Mindestumsatz und Grundgebühren mehr haben.

Um die Standheizung per Handy fernbedienen zu können, braucht man z.B. von Eberspächer die Thermo-Call, diese wird mit einem zusätzlichen Schalter an das AEM angeschlossen. Die Kosten liegen zwischen 250 und 350 Euro für die Hardware zzgl. Einbau.

Wenn die Standheizung aber schon eingebaut und freigeschaltet ist, benötigt man nur noch das AEM-Modul und die Software zur Fernschaltung. Dann kann man am AEM-Modul jede Fernbedienung anschließen. Das AEM-Modul benötigt dafür ein Einschaltsignal, dieses wertet der Bordcomputeraus und startet die Standheizung.

Man sollte aber darauf achten, keine Bastellösung von Ebay zu verwenden, die nur auf das Aufleuchten des Displays reagieren und den Anruf und die Anrufnummer nicht auswerten. Denn dann wird bei jeden falsch verbundenen Anruf die Standheizung aktiviert.

Funk-Fernbedienung

Die üblicherweise verbaute Alternative ist eine "normale" Funkfernbedienung, die je nach geographischen Gegebenheiten Reichweiten von ca. 300 - 500 m hat. In Einzelfällen auch deutlich mehr.

Auch für den Einbau der Funkfernbedienung ist das AEM-Modul notwendig. Der Vorteil der Funklösung gegenüber einigen GSM-Lösungen ist, daß für die Aktivierung aus der Ferne keine Kosten anfallen.

Im Bereich der Funkfernbedienungen gibt es zwei Prinzipien: Mit und ohne Rückmeldung.

Unidirektional

Ohne Rückmeldung (auch unidirektional) bedeutet, daß auf der Fernbedienung nicht angezeigt wird, ob der Funkbefehl empfangen wurde.

Die Standardfernbedienung, die aus dem Volvo-Zubehör erhältlich ist, arbeitet ohne Rückmeldung. Die Modellbezeichnung lautet TP4.

Bidirektional

Mit Rückmeldung (bidirektional) bedeutet, daß in der Fernbedienung zusätzlich ein Empfänger integriert ist und im Fahrzeug ein Sender, der den Empfang der Nachricht bestätigt. Fernbedienungen mit Rückmeldung ermöglichen üblicher Weise auch eine Zeitvorwahl analog den Einstellungen im Bordcomputer.

Eine Abbildung der Fernbedienung findet sich in diesem MT-Attachment.

Offiziell ist der Einbau einer bidirektionalen Fernbedienung mit der Modellbezeichnung TP5 von Volvo noch nicht in das Zubehörprogramm aufgenommen, die Lösung befinde sich in der Erprobung. Einige findige Werkstätten sind trotzdem in der Lage, dieses Zubehör einzubauen.

Einbaubilder der TP5 in einen XC90 finden sich hier.

Von Eberspächer gibt es bereits ein Nachfolgemodell zur TP 5, die Eberspächer Easystart R+, die als bidirektionale Ausführung ca. 300 - 350 zzgl. Einbau kosten soll.

Der Einbau sollte dabei kein größeres Problem sein, man braucht nur ein Relais zwischen AEM Modul und dem Steuergerät der Fernbedienung schalten, da das AEM Modul Masse als Schaltpotenzial braucht.

Zu beachten ist, daß die bidirektionale Fernbedienung mit dem AEM-Modul kommuniziert und die Funkbestätigung nur bedeutet, daß Funkkontakt zum Empfänger bestand. Ob die Standheizung tatsächlich gestartet wurde, wird nicht übertragen. Ein Nicht-Start könnte z.B. an Spritmangel oder ausreichender Fahrzeuginnenraumtemperatur liegen. Das liegt daran, daß das AEM-Modul keine Schnittstelle für die Rückmeldung: "Standheizung läuft" bietet.

Unterschiede TP5 / Easystart R+

Diese Unterschiede hat xc15 in Motor-Talk detailliert ausgearbeitet:

TP5

  • die größte aber nicht zu groß und unförmig
  • keine Heizzeitberechnung
  • keine Wochenprogrammierung sondern 3 Zeiten für 24h
  • keine Sonderfunktionen
  • Beleuchtung vorhanden
  • Anschluß für JE-Diagnose, eine Art Canbus der für Volvo nicht genutzt werden kann evtl. später mal für Rückmeldung ob SH läuft oder gestört ist.

EasyStart R+

  • etwas kleiner als die TP5 aber größer als die T100HTM
  • am besten zu bedienen und sieht gut aus
  • Heizzeitberechnung
  • Sonderfunktionen, man kann ein zusätzlichen Kontakt schalten (z.B. Alarm, oder, oder.....)
  • Beleuchtung vorhanden
  • Anschluß für JE-Diagnose, eine Art Canbus der für Volvo nicht genutzt werden kann. Evtl. später mal für Rückmeldung ob SH läuft oder gestört ist.
  • Wochenschaltuhr

Hier ist die Fernbedieneinheit der EasyStart R+ abgebildet.

Einbau der Fernbedienung

Für alle Fernbedienungen muß Hardware eingebaut werden. Daher ist der Einbau der Fernbedienung im Ausland nicht unbedingt günstiger als in Deutschland. Daher kann man zum Beispiel die Standheizungssoftware im Ausland freischalten und dann die Fernbedienung in Deutschland nachrüsten lassen.

Allerdings gibt es auch Motor-Talker, die von Softwarefreischaltungen mit bidirektionalem Fernbedienungseinbau zum deutschen Softwarelistenpreis berichten ([1]).

An Einbauteilen ist für die Easystart R+ folgendes zu den folgenden ca.-Preisen (ohne Einbau!) notwendig:

  • Easystartr R+ 369,- €
  • AEM Modul 85,-€
  • 3 x Software 36,-€
  • Relais 30,-€
  • Kleinmaterial 10,-€

Die Einbauzeit beträgt laut xc15 ca. 1,5 Stunden.

Einbau von Standheizungen bei Volvo-Benzinern

Bei Benzinern der Marke Volvo können sowohl die ab Werk erhältliche elektrische als auch kraftstoffbetriebene Standheizung nachgerüstet werden. Auch Heizungen von anderen Anbietern, wie z.B. Webasto, können verbaut werden. Die jeweiligen Modelle bieten unterschiedliche Vorteile.

Einbau von Standheizungen bei Volvo-Diesel

Einige Volvo Modelle mit Dieselmotor haben einen kraftstoffbetriebenen Zuheizer. Dieser ist mechanisch eine vollwertige Standheizung, lediglich die notwendige Software zur Programmierung von Startzeiten und die Direktstartoption fehlt.

Welche Modelle über einen Zuheizer verfügen, steht im Artikel über Zuheizer.

Kosten

Da nur ein Softwareupdate notwendig ist, sollten die Einbaukosten niedrig sein. Allerdings beträgt der deutsche Listenpreis für die Standheizung beim Diesel 750 Euro. Auch für eine Nachrüstung ist dieser Betrag fällig.

Je nach Modell und Händler kostet die Software in den Niederlanden 90 - 130 Euro. Da die Software per Online-Verbindung mit einem Rechner bei Volvo runtergeladen wird und Volvo Deutschland den Händlern einen hohen Preis dafür berechnet, kann der deutsche Händler das nicht billiger anbieten.

Viele motor-talker waren dazu beim Händler in Venlo, der dazu mittlerweile sogar extra eine deutschsprachige Webseite eingerichtet hat. Damit soll keine Werbung für diesen Händler gemacht werden, andere leisten das gleiche, aber in Venlo liegt ausreichend Erfahrung mit dieser Prozedur vor und der Händler spricht sehr gut deutsch. Es reicht aus, einen Termin zu vereinbaren und den Fahrzeugschein zu faxen.

Es gibt aber auch vereinzelt Berichte aus anderen Ländern, z.B. Italien, Polen und Belgien. Für das Aktivieren in Italien bietet sich als nächster der Händler in Bozen oder Udine an; ersterer hat nach eigenen Angaben schon mehrfach Aktivierungen vorgenommen. Die Kosten belaufen sich auf je rund 160-170 Euro.

Stand Ende Februar 2010 bietet sich für den süddeutschen Raum auch eine Fahrt nach Österreich an. Ein Händler in Wörgl bietet das Softwareupdate inkl. Arbeitszeit für zur Zeit 195.-€ an. In Klagenfurt wurde das Update von einem Händler für 169.-€ angeboten, in Kufstein kostet es, ebenfalls beim Händler, aktuell 205.-€ (Stand: 22.02.2010)

Auch in Belgien wurden bereits für ca. 130 EUR Standheizungen aktiviert.

In Luxemburg kostet der Timer-Einbau via Software-Update aktuell 430.- (Autopolis Bertrange - www.autopolis.lu). Bis vor kurzem war der Einbau für 160.-€ zu haben, früher sogar noch günstiger. Da aber (anscheinend) sehr viele ausländische Kunde kamen um das Softwareupdate aufzuspielen, hat Volvo die Preise stark erhöht.

In Tschechien soll die Standheizung umgerechnet ca. 860 Euro kosten, das ist also keine Alternative zum Listenpreis in Deutschland.

Wenn man im Raum Berlin wohnt, bietet sich Auto Bruno in Stettin/Polen an. 220 EUR ; Preisstand und Wechselkurs von 2/09 ; www.autobruno.dealervolvo.pl ; englischsprachig ; ca. 170 km von Berlin.

Wenn man im Südwesten Deutschlands wohnt, sind Frankreich und die Schweiz eine Überlegung. In Frankreich kostet die Freischaltung ca. 210 EUR und in der Schweiz ca. 360 EUR. Allerdings reicht bei vernünftigen Fahrstil beim V70 D5 eine "gute" Tankfüllung von München bis Venlo und zurück.

In der Regel lohnt es sich nur, im Ausland das Softwareupdate durchzuführen. Die Kosten für eventuelle Hardwarenachrüstungen, wie eine Funkfernbedienung sind meist denen bei der Heimatwerkstatt vergleichbar, allerdings hätte man die im Falle eines Falles besser greifbar.

Rechtliches

Das Update im Ausland ist völlig legal, wird von einem autorisierten Volvo-Vertragspartner installiert, in der Volvo-Datenbank als Zubehör für das Fahrzeug hinterlegt und bleibt bei späteren Software-Updates zum Beispiel im Rahmen einer Inspektion in Deutschland selbstverständlich erhalten. Auch die Bedienerführung bleibt deutsch.

Da "nur" eine Änderung der Software des Bordcomputers erfolgt, muß keine Eintragung in die Papiere vorgenommen werden.

Bestellnummern für Diesel-Fahrzeuge mit Zuheizer

Quelle: acctest.semcon.se unter <Modell> -> Klima -> Fahrzeuginnenraum und Motorvorwärmer -> Kraftstoffbetriebene Standheizung -> Basissatz / Technische Daten -> "Heizung & Zeitschaltuhr, Applikation".

Standheizung auf Garantie

Der serienmäßige Zuheizer qualmte bei älteren Fahrzeugen - vereinzelt wird dies auch noch beim Modelljahr 2006 berichtet - manchmal sehr stark. Das trat insbesondere dann auf, wenn man nach einem Kaltstart wenige km später z.B. an einer Ampel halten mußte. Früher haben deutsche Händler in diesem Fall die Standheizung auf Garantie freigeschaltet.

Diese Garantie-Lösung kann sich jedoch von der normalen Standheizung unterscheiden. Bei der Garantie-Lösung wird manchmal der Zuheizer (der sich sonst bei Temperaturen unterhalb von 7 Grad automatisch zuschaltet) deaktiviert. Um den Zuheizer zu nutzen, muss die Standheizung manuell eingeschaltet werden oder der Zuheizer per Software wieder aktiviert werden.

Bei der normalen Freischaltung der Standheizung bleibt die automatische Funktion des Zuheizers hingegen bestehen.

Mittlerweile ist allerdings die Ursache des Qualmens erkannt und nach Ansicht von Volvo behoben; das Update auf Garantie ist nicht mehr möglich.


Sprachhinweise

italienisch

  • Zuheizer: "riscaldamento supplementare a carburante senza timer"
  • Standheizung mit Timer: "riscaldamento supplementare dotato di timer"
  • Fernbedienung: "Telecommando"
  • Serienausstattung: "equipaggiamento di serie"
  • Sonderausstattung: "optional" (englisches Wort)
  • Zubehör: "accessorio"
  • Preisliste: "listino prezzi"
  • Mehrwertsteuer: "IVA"
  • Ohne Mehrwertsteuer: "senza IVA"
  • Arbeit/Montage/Installation: "mano d'opera"

Weblinks

Persönliche Werkzeuge